Verfasst von: SwashBuckler | 12. September 2018

4. BoddenSolo/Double 2018

Am 8. September fand schon zum vierten Mal das BoddenSolo/Double statt. Diesmal waren 28 Schiffe am Start, gut verteilt auf die jeweils zwei Einhand- und Doublehandklassen.

Das Wetter ist – wie bislang eigentlich immer beim BoddenSolo – schön, aber anspruchsvoll. Während in den Tagen zuvor noch Leichtwind angesagt war, haben wir es jetzt mit einem sehr böigen Südwest zu tun. Der „Grundwind“ liegt zwar nur bei etwa 12-13 Knoten, aber alle paar Minuten knallen minutenlange Böen um die 20 Knoten über den Bodden. Das bestätigen später auch die Messwerte:

Dazu kommen permanente Dreher, die Windrichtung pendelt stetig zwischen 220 und 260 Grad. Aber was soll’s, irgendwie wird’s schon gehen.

Wettfahrtleiter David und sein Team schicken die Flotte ab 11:00 Uhr wie gewohnt mit vier sauberen Starts auf die Bahn. Ich bin zwar etwas spät an der Linie, aber trotzdem noch als zweites Schiff. Der einzige, der pünktlich an der Linie ist, ist Frank mit seiner Overdose. Hier ein Video vom Start:

Nach der ersten Tonne geht es direkt Vorwind zur Tonne Ariadne. Ich denke lieber nicht zu lange darüber nach, ob ich den Spi ziehen soll oder nicht, sondern mach es einfach und hoffe, dass der Pinnenpilot beim Setzen halbwegs mit den Böen und der Welle klarkommt. Es klappt und Swash Buckler rast mit viel Druck los. Nur die Fock lasse ich einfach stehen – jetzt noch auf’s Vorschiff zu gehen muss nicht sein 🙂 Eine Hand an der Pinne, die andere an der Spischot, versuche ich einerseits so tief wie möglich zu fahren, um die Tonne Ariadne zu schaffen, andererseits zu verhindern, dass das Boot anfängt in der Welle zu geigen. Kurz vor der Tonne ist klar, das wird nichts auf direktem Weg, es müssen noch zwei Halsen her. Die will ich bei dem Wind aber nicht mit Spi fahren, also runter mit der Tüte. Das und auch die beiden Halsen klappen, aber als ich noch mit der Großschot und den Backstagen beschäftigt bin, passiert’s – Swash Buckler luvt plötzlich wie verrückt an, legt sich auf die Seite und schießt in die Sonne. Die Pinne hat keine Funktion mehr. Wir rasen direkt auf Klabüsterbeere und Okidoki zu, zwei Boote aus den Starts vor mir, die ebenfalls um die Tonne wollen. Ich sehe mich schon quer in einer der beiden Bordwände stecken, kriege es aber gerade noch hin, hinter den beiden durchzurutschen. Ups, das war knapp…

Nach der Ariadne gibt’s auch nicht wirklich eine Verschnaufpause, es folgt eine Kreuz zum Palmer Ort. Direkt hinter mir kommt die neue Dehler 34 Saphir von Helmut langsam dichter, dahinter die Elan 31 segelBar von Lars. An der Tonne komme ich nahezu gleichzeitig mit Saphir an. Nicht gut, ich muss ihm pro Stunde 36 Sekunden abnehmen, um vor ihm zu sein… Der nächste Schlag führt zurück zur Tonne Ariadne. Während es zunächst noch nach einem Spikurs aussieht, liegt der Windwinkel dann eher bei 100-90 Grad. Das würde mit Crew gehen, aber bei dem Wind und einhand… ich lasse die Tüte besser unten. Ich schaffe es trotzdem, an der Ariadne wieder knapp vor der Saphir anzukommen. Aber auf dem folgenden Halbwindkurs zur Tonne Vilm ist die Dehler einfach schneller und überholt. Jetzt haben wir etwa die Hälfte des 30 Meilen-Kurses absolviert, und es gibt wieder eine Kreuz zurück zum Palmer Ort. Saphir wendet sofort auf Backbord, ich bleibe daher erstmal auf Steuerbord, auch weil der Wind im Moment eher linksgedreht hat. Beim nächsten Rechtsdreher wende ich dann auch, und komme an der Tonne Palmer Ort tatsächlich wieder deutlich vor Saphir an. Das PingPong-Spiel geht aber lustig weiter, denn es gibt wieder einen Halbwindkurs bis zur Tonne Greifswald. Als wir dort ankommen, klebt Saphir schon wieder an meinem Heck. Auf der letzten Kreuz bis ins Ziel kann ich zwar den Abstand noch auf 2 Minuten, 23 Sekunden vergrößern, aber berechnet reicht es dann leider doch nicht, sondern es wird ein zweiter Platz. Hier der Zieleinlauf:

Nach dem Zieldurchgang bin ich völlig platt. DIese fünf Stunden waren gefühlt anstrengender als jedes andere Rennen in dieser Saison… und den Berichten am Abend nach zu urteilen, ging es den Anderen genauso 🙂 Aber trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – war es ein klasse Rennen. Besten Dank an die Start- und Zielcrew auf Baltic!


Responses

  1. Einhand mit 70 qm Spi bei dem strammen Wind, kaum zu glauben… Herzlichen Glückwunsch zum 2. Platz!


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