Verfasst von: SwashBuckler | 7. Juni 2018

Bericht zum Palby Fyn Cup

Die dänische Südsee ist ja von Greifswald aus nicht unbedingt „gleich um die Ecke“, und deshalb haben wir auch lange überlegt, ob wir beim Palby Fyn Cup – ein Rennen von Bogense aus rund um die Insel Fyn (ca. 140 Meilen) – antreten sollen.

Die dänische Klassenvereinigung hatte diese traditionell sehr gut besuchte Regatta im Winter als Dänische Meisterschaft der X-99 ausgeschrieben, und nachdem im Frühjahr abzusehen war, dass trotz der in den letzten Jahren leider schrumpfenden Felder eine ordentliche Flotte von X-99 zusammenkommt, haben wir dann doch gemeldet. Das Einheitsklasse-Segeln ist ja schon immer noch am Spannendsten 🙂

Am Ende sind es insgesamt über 300 Schiffe auf der Meldeliste geworden, davon im „Løb 19“ sogar 24 X-99. Ein so großes Einheitsfeld hatte die Klasse zuletzt 2013 beim X-Yachts Gold Cup vor Kopenhagen auf die Bahn bringen können, dort kamen 30 Boote zusammen.

Nach einer von wenig Wind, aber viel Sonne begleiteten Überführung von Greifswald nach Bogense am Pfingstwochenende (danke Sven & Christian!) geht es am Freitag, 25. Mai endlich los. Unser Start ist auf 12:15 Uhr angesetzt. Wirklich toll, mal wieder so viele X-99 an einer Startlinie zu sehen! Im Vorstartgedrängel versucht DEN-520 Rosa Lux in Lee von uns, die Tür am Startschiff zuzumachen, aber wir (mit Heiko an der Pinne, Micha, Stefan, Maik, Ralf und Basti) finden noch genügend Raum und gehen zwar ein paar Sekunden nach dem Schuss, aber als luvwärtigstes Boot über die Linie. Hier der Start der X-99 auf youtube.

Start

Start

 

 

 

 

 

 

Der Wind weht mit ca. 12 Knoten aus Nordost, es gibt also zunächst eine Kreuz bis zur ersten Bahnmarke, einer Untiefentonne nördlich der Halbinsel Æbelø. Schon auf dieser ersten kurzen Strecke liegen wir nahezu gleichauf mit DEN-517 Mille von Kim Rasmussen und seiner Crew, sie erreichen die Tonne nur wenige Meter vor uns. Danach bleibt es eine Amwind-Strecke bis zur Nordostspitze von Fyn bei Fyns Hoved. Auf diesem Schlag setzen wir uns gemeinsam mit Mille leicht vom Rest des Feldes ab.

Startkreuz

Zweikampf an der Spitze

 

 

 

 

 

 

 

Gegen 16:00 Uhr haben wir Fyns Hoved gerundet und der Spinnaker geht hoch, aber es ist ein sehr spitzer Kurs und der Wind hat etwas aufgefrischt. Wir können den Spi gerade noch so tragen und Swash Buckler beschleunigt auf über acht Knoten. Das währt allerdings nur kurz, bald sehen wir, wie Mille und die Boote aus den Starts vor uns die Spinnaker bergen und die Vorsegel hochziehen. Entgegen aller Vorhersagen kommt der neue Wind aus Süd, so dass wir entlang der Ostküste von Fyn wieder zu kreuzen beginnen. Da der Strom hier nach Norden setzt, bewegt sich das ganze Feld mit ganz kurzen Schlägen so dicht wie möglich unter der Küste entlang. Hinter Romsø lässt der Wind immer weiter nach, und bald kommen wir fast zum Stillstand, nach wie vor dicht an dicht mit Mille.

Flaute im großen Belt

Nachdem wir mit dem Strom schon fast wieder rückwärts treiben, setzt wieder leichter Nordost ein und wir können mit Spinnaker in Richtung der Beltbrücke segeln, die wir bei Sprogø queren müssen. In der Abenddämmerung und im Sonnenuntergang entwickelt sich jetzt ein richtig tolles Licht.

 

 

 

 

 

 

Wir erreichen die Beltbrücke kurz nach 22:00 Uhr, immer noch dicht hinter Mille. Von hinten hat sich jetzt DEN-467 Maxx genähert, sie passieren die Brücke nur wenige Meter hinter uns. Als wir südlich der Brücke sind, wird es schnell dunkel. Das große Feld mit seinen vielen Positionsleuchten erzeugt eine tolle Stimmung, noch dazu können wir uns jetzt langsam an Mille vorbeischieben und gegen 23:30 Uhr die Führung übernehmen.

Passage der Beltbrücke

in Führung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es geht weiter nach Süden Richtung Svendborgsund. Wir hoffen, dass wir bei dem leichten Wind dort keinen Gegenstrom bekommen. Als wir gegen 03:00 Uhr Thurø Rev passiert haben und in den Sund einlaufen, scheint der Strom gerade zu kentern, jedenfalls haben wir zum Glück fast keinen Strom. Wir kommen gut mit Spinnaker durch den engen Sund und passieren gegen 03:45 Uhr die Svendborgsund-Brücke, wobei wir uns, verfolgt von Mille, etwas vom Rest des Feldes abgesetzt haben.

im Svendborgsund

Sundbrücke passiert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt geht auch die Sonne wieder auf und vertreibt etwas die Müdigkeit. Als wir gegen 07:00 Uhr Lyø erreicht haben und in den Kleinen Belt einbiegen, haben wir auch zu Mille einen größeren Abstand aufgebaut. Nur schläft jetzt auf einmal der Wind ein, wir stoßen auf ein Feld größerer Yachten, die richtiggehend stehengeblieben sind. Nach einem kurzen Moment können wir diese Gruppe aber umfahren und weiter Richtung Helnæs laufen. Der Weg den Kleinen Belt hinauf ist aber immer wieder mit hinterhältigen Windlöchern vermint. Kurz vor Assens erwischen wir leider auch eines davon und kommen für eine Weile absolut nicht mehr voran. Der Blick nach hinten – Mille kommt wieder näher, unser schöner Vorsprung schwindet zusehends. Gegen 11:00 Uhr, querab Bågø ist Mille wieder direkt an unserem Heck. Der Wind nimmt jetzt immer mehr auf bis zu 15-19 Knoten zu und kommt wieder aus Ost. Gerade in diesem kritischen Moment halten die (neuen!) Fallenstopper nicht mehr richtig, und sowohl das Genuafall als auch das Großfall rutschen deutlich durch. Wir können das Großfall behelfsmäßig in den Stopper der Reffleine einziehen und das Genuafall halbwegs in der Schotklemme fixieren, aber vernünftig durchsetzen können wir die Genua so nicht. Mille hat jetzt einen Speedvorteil und versucht vorbeizukommen. Ein paar Versuche, uns in Luv zu passieren, können wir noch abwehren. Aber dann taucht – wie herbeigerufen – gegen 11:30 Uhr eine IMX-40 von Lee auf und setzt sich knapp in Lee vor uns, so dass wir nicht tiefer fahren können. Das ist die Chance für Mille – er fällt deutlich ab, beschleunigt und fährt langsam unten durch. Wir können nur zusehen – das tut weh.

Mille ist wieder da

Mille überholt

 

 

 

 

 

 

 

das Überholmanöver

In dem Moment geht ein wenig die Stimmung in den Keller – nach zwölf Stunden Führung und nicht mehr weit vom Ziel so eingeholt zu werden, ist schon etwas bitter. Aber weiter geht’s. Im kleinen Belt bei Middelfart steht wieder eine Kreuz an, noch dazu mit Strom von vorn. Weil die Genua immer mehr durchsackt, wechseln wir schnell auf die Fock, die sich wenigstens halbwegs durchsetzen lässt und halten uns wegen dem Gegenstrom ganz eng unter Land. Als wir gegen 14:00 Uhr bei Strib den Ausgang der Enge erreichen, lässt der Wind wieder nach und wir wechseln zurück auf die Genua. Von hier bis zum Ziel sind es jetzt noch rund zehn Meilen Kreuz. Auf dieser Strecke nehmen wir Mille noch einmal ca. drei Minuten ab, aber es reicht nicht mehr.

Zielkreuz

Mille ist um 16:20:58 Uhr im Ziel, wir folgen 16:25:25 Uhr, nur 4 Minuten und 27 Sekunden später, mit einer Gesamtzeit von 28 Stunden, 10 Minuten, 25 Sekunden. Dritter wird DEN-467 Maxx mit einem Zieldurchgang 16:49:13 Uhr.

Die Enttäuschung über den so nahen und doch verpassten Sieg verfliegt schnell, wir freuen uns riesig über den guten zweiten Platz von 24 X-99 nach einem abwechslungsreichen und hochspannenden Rennen! In der Gesamtwertung liegen wir damit auf dem 7. Platz von 255 gestarteten Schiffen. Großer Glückwunsch an den Sieger, DEN-517 Mille mit Kim Rasmussen und Crew!! Und ein herzlicher Dank an die Veranstalter des Palby Fyn Cup, die dänische X-99 Klassenvereinigung mit ihrem Chef Morten Vinther, und an den Swash Buckler und die Crew Heiko, Stefan, Maik, Ralf, Basti und Micha. Und nicht zuletzt vielen Dank auch an die spontan zusammen gekommene Crew für die Rücküberführung Basti, Rhett, Bernd, Frank und Hans.

Das Rennen kann hier bei TracTrac nachverfolgt werden. Ein Video des Veranstalters gibt’s hier, unser eigenes Video hier, und ein paar mehr Fotos hier.

Verfasst von: SwashBuckler | 30. Mai 2018

Zweiter Platz beim Palby Fyn Cup – Video und Fotos

Beim Palby Fyn Cup und der gleichzeitigen Dänischen X-99 Meisterschaft haben wir mit einer Zeit von 28 Stunden, 10 Minuten und 25 Sekunden einen tollen zweiten Platz von 24 X-99 und in der Gesamtwertung einen 7. Platz von 255 Schiffen erreicht – ein Bericht dazu ist in Arbeit. Aber weil Bilder bekanntlich mehr als Worte sagen, gibt es vorab schon mal eine Bilderstrecke dazu und ein kleines Filmchen:

 

Und hier noch ein Video des Veranstalters:

Verfasst von: SwashBuckler | 1. Mai 2018

Go4Speed Regattatraining 2018

Im letzten Jahr gab’s zum Saisonbeginn beim Go4Speed nicht nur 5 Grad und Schneeschauer, sondern auch noch reichlich Wind – das ging dieses Jahr wesentlich besser. Sommerliche Temperatur, Sonne und Mittelwind: perfekte Bedingungen, um aus dem Winterschlaf zu kommen und Starts und kleine Up/Downs zu üben. Ein schöner Start in die Saison! Hier ein paar Eindrücke:

 

Verfasst von: SwashBuckler | 9. April 2018

Es geht wieder los…

…Ostern herrschte noch tiefster Winter, und nur eine Woche später beim Einkranen ist fast Hochsommer mit knapp 20 Grad und Sonne – verrückt.

Nachdem wir im Winter so einige Reparaturarbeiten erledigt haben, ist Swash Buckler nun seit dem 6. April wieder im Wasser und am 8. April haben wir schon ein paar kurze Meilen auf dem Bodden gesegelt – die Saison kann starten 🙂

Ansegeln 2018

Ansegeln 2018

 

 

 

 

 

 

Auch die Termine stehen schon – wie üblich geht’s mit dem Go4Speed Training Ende April los. Ende Mai werden wir dann beim Palby Fyn Cup starten. Bei diesem Rennen wird 2018 zugleich die dänische X-99 Meisterschaft ausgetragen, bislang haben schon insgesamt 217 Schiffe und davon 20 X-99 gemeldet.

Wenn wir es rechtzeitig wieder zurück schaffen, steht Anfang Juni die Stralsunder Segelwoche auf dem Programm. Ende Juni drehen wir dann bei Sjælland Rundt eine Runde um die größte dänische Insel Seeland und versuchen an unseren Erfolg aus 2016 anzuknüpfen.

Anfang September ist das 4. BoddenSolo/Double geplant, und wenn alles klappt, geht’s Ende September bei der Silverrudder Challenge noch einmal rund Fyn.

Dieses Jahr liegt der Fokus also mehr auf den Langstrecken 🙂 Na dann, auf eine gute Saison 2018!

Verfasst von: SwashBuckler | 31. Oktober 2017

Best of 2017

Swash Buckler steht bereits seit einer Woche an Land – die Saison 2017 ist Geschichte. Zeit für einen kleinen Rückblick:

Nach dem windigen Go4Speed Training Ende April beginnt der Sommer mit der Stralsunder Segelwoche, in der wir das Preissegeln und die Streckenwettfahrt Rund Hiddensee gewinnen können. Im Juli starten wir bei der IDM Seesegeln vor Warnemünde und holen den zweiten Platz im parallel ausgetragenen X-99 Gold Cup. Die Boddenetappen Ende August beenden wir ebenfalls mit einem zweiten Platz, und in der Greifswalder Mittwochsregatta-Serie holen wir in der Gruppe ORC 1 den Sieg.

Auch dieser Sommer war wieder viel zu schnell vorüber… danke an das Team und an Swash Buckler, der nächste Sommer kommt bald!

im Mai – X am Himmel

Juni – Stralsunder Segelwoche, Rund Hiddensee, Foto: Sven Lamprecht

 

 

 

 

 

 

 

 

Juli – X-99 Gold Cup, Warnemünde, Foto: Pepe Hartmann

Juli – X-99 Gold Cup, Warnemünde, Foto: Pepe Hartmann

 

 

 

 

 

 

 

Juli – im Bodden

August – Mittwochsregatta

 

 

 

 

 

 

 

September – Blaues Band

 

Und über den Winter gibt’s ja in diesem Jahr wieder das Volvo Ocean Race, langweilig wird’s also nicht 🙂

Verfasst von: SwashBuckler | 18. Oktober 2017

47. Greifswalder Boddenetappen

Ende August war es wieder soweit – die 47. Greifswalder Boddenetappen wurden ausgetragen. Mit 100 gemeldeten Yachten in zwei ORC- und drei Yardstickklassen war es die bislang größte „BoddenWM“. In unserer Klasse Yardstick 1 starteten 26 Schiffe, neben uns mit Matchbox, BüxtUt und Drei auf X noch drei andere X-99.

Die erste Etappe führte wie schon in den Vorjahren wieder nach Lubmin. Bei leichtem Westwind geht es auf die Bahn. Einen kleinen Rückstand auf Matchbox und BüxtUt nach dem Start können wir – mit Rolf an der Pinne, Micha, Georg, Ralf, Basti und Mareike relativ schnell egalisieren, aber auf der letzten Strecke, einem Spigang bis zum Ziel, wird es ein enges Kopf-an-Kopf Rennen mit Matchbox. Es bleibt bis zum Ziel offen – dann erledigt Matchbox die unmittelbar vor den als Ziellinie dienenden Molenköpfen von Lubmin notwendige Halse etwas effektiver als wir und ist mit gerade einmal sieben Sekunden Vorsprung vor uns im Ziel. Nur acht Sekunden danach folgt BüxtUt. Für uns macht das Platz 4 in der Tageswertung.

Nach der obligatorischen Party in Lubmin herrscht am nächsten Morgen zunächst Flaute, aber nach einer Startverschiebung kommt gegen Mittag doch noch segelbarer Wind auf. Wir erwischen einen guten Start und sind nach der Startkreuz ganz vorn mit dabei, aber als dann später ein langer Am Wind-Schlag zur Tonne Reddevitz ansteht, können wir anfangs die Höhe nicht halten und sacken deutlich nach Lee weg. Damit sind BüxtUt und Matchbox leider wieder vorbei  und erreichen das Ziel in Lauterbach auf den Plätzen 2 und 3, wir folgen auf Platz 5 der Tageswertung.

Spikurs nach Lauterbach

in Lauterbach

Am Sonntag führt dann die letzte Etappe wieder zurück nach Greifswald. Über zuwenig Wind kann sich heute niemand beklagen, wir haben West mit ca. 12-17 Knoten. Die Startlinie liegt „etwas“ schief, wir starten daher – erstaunlicherweise fast als Einzige – am Pin End, und kommen als erstes Schiff der Klasse an der Luvtonne an. Nach einem kurzen Anlieger bis zur Tonne Lauterbach 3 geht der Spi hoch, und es gibt einen langen, ziemlich spitzen Spinnakerkurs bis zur Tonne Greifswald. Wir halten uns auf der Luvseite des Feldes, und erreichen die Tonne als erste X-99.

Sonntag – Etappe nach Greifswald

Während sich BüxtUt und Matchbox auf der letzten Strecke bis ins Ziel vor Greifswald noch ein privates Matchrace liefern und mit gerade einmal drei Sekunden Abstand voneinander auf den Plätzen 9 und 10 ins Ziel kommen, können wir uns von den beiden noch etwas absetzen und in der Tageswertung den vierten Platz einfahren.

In der Gesamtwertung landen wir damit auf einem schönen 2. Platz. Glückwunsch an den Sieger, die Hanse 370 Relax de Luxe von Dietmar Wendel! Alle Ergebnisse hier.

Verfasst von: SwashBuckler | 30. Juli 2017

Video Greifswalder Boddenetappen 2016

Die Boddenetappen 2017 stehen vor der Tür, und gerade noch rechtzeitig ist das Video zu den Boddenetappen 2016 fertig geworden:

Verfasst von: SwashBuckler | 10. Juli 2017

X-99 Gold Cup / IDM Seesegeln 2017, Warnemünde

Der X-99 Gold Cup, ausgetragen im Rahmen der Internationalen Deutschen Meisterschaft Seesegeln während der 80. Warnemünder Woche, war in diesem Jahr der Höhepunkt unserer Saison.

Startklar in Warnemünde – Hohe Düne

Zwei Tage vor dem ersten Start kam leider die Hiobsbotschaft, dass unser Pitmann Ralf verletzungsbedingt ausfällt… sehr, sehr schade. Gerade noch rechtzeitig konnten wir (Heiko an der Pinne, Micha am Groß, Stefan und Gunther an den Schoten und Sebastian auf dem Bug) mit Mareike Ersatz finden – danke für’s Einspringen!

Los ging es dann am Donnerstag nachmittag mit dem Start zur Langstrecke. Aufgrund der angesagten leichten Winde wurde der Kurs auf ca. 45 Meilen verkürzt, aber so gelegt, dass es mehrere Kreuzen und Vorwindkurse gab – also reichlich zu tun. Nach einem guten Start in der großen ORC 3-Klasse mit 25 Schiffen entschieden wir uns auf der ersten Kreuz für die linke Seite, die anfangs auch ziemlich gut aussah – bis dann der Rechtsdreher kam, und wir nur als vierte X-99 an der ersten Luvtonne ankamen. Das konnten wir allerdings noch halbwegs wieder ausbügeln und erreichten das Ziel gegen 23:00 Uhr als zweite X-99 hinter der souverän segelnden DEN 517 Mille von Kim Rasmussen (hier die Ergebnisliste der Langstrecke). Und so sah der Langstreckenkurs auf dem Tracker aus (anklicken):

Langstrecke

Langstrecke

 

 

 

 

 

Langstrecke

 

Langstrecke, Foto: Wolf Hansen

 

 

 

 

 

 

 

 

Der für Freitag nachmittag geplante Up & Down fiel mangels Wind aus, dafür sollte es dann am Sonnabend vier statt drei Wettfahrten geben.

Die ersten beiden Rennen am Sonnabend waren dann auch knackig – 10-14 Knoten Wind und ein anspruchsvolles Feld. Beide Wettfahrten konnten wir wieder als zweite X-99 knapp hinter Mille beenden. Wie eng diese Rennen waren, zeigen die Ergebnislisten: Im ersten Rennen lagen wir 25 Sekunden hinter Mille und 9 Sekunden vor der GER 108 Fiefdeeler von Christian Schönrock, im zweiten Rennen 45 Sekunden hinter Mille und zwei Sekunden vor der dritten X-99, der GER 412 Noodles von Uli Martens.

Start der ORC 3-Klasse, Foto: Pepe Hartmann

An der Luvtonne, Foto: Pepe Hartmann

 

 

 

 

 

 

Foto: Pepe Hartmann

Danach geht der Wind auf 5-6 Knoten herunter, trotzdem wird ein weiteres Rennen gestartet. Wir kommen diesmal gar nicht gut weg, sondern sind zwischen mehreren größeren Booten eingeklemmt und haben keinen freien Wind. Bei diesem flauen Wind ist das tödlich – Fiefdeeler startet mit freiem Wind, ist bald nach dem Start weit weg und gewinnt dieses Rennen verdient, während wir uns mit dem vierten Platz begnügen müssen, vier Sekunden hinter der GER 462 Andiamo. Zum Glück gibt es einen Streicher 🙂

Nach einer Wartephase legt der Wind wieder zu, und es gibt noch ein viertes Rennen. Die Flotte ist mittlerweile so nervös, dass schon die Klasse ORC 1/2, die vor uns startet, erst nach zwei Allgemeinen Rückrufen und mit Black Flag starten kann – selbst dann gibt es noch drei Frühstarter. Auch bei uns klappt nach einem Allgemeinen Rückruf erst der zweite Start. Den fährt Heiko aber wieder ziemlich perfekt, und wir kommen vor Fiefdeeler auf die Bahn. Danach versuchen wir, Fiefdeeler in Schach zu halten, was schon auf der ersten Kreuz in ein Wendeduell ausartet. Das endet allerdings ziemlich abrupt, als wir in einer Wende nicht nur die Genuaschot, sondern gleichzeitig auch noch eine Trimmleine mit auf der Schotwinsch haben – ein klassischer Fuck-Up. Wir müssen sofort wieder zurückwenden, was sich aber gar nicht mal als nachteilig herausstellt, weil wir nämlich schon direkt auf dem Anlieger zur Luvtonne sind. Die erreichen wir diesmal als erste X-99, knapp hinter uns Fiefdeeler, dahinter Mille. Durch einen Winddreher hat sich allerdings der Kurs so verschoben, dass es zum Lee-Gate keine Vorwindstrecke mehr ist, sondern eher ein Halbwindkurs. Die dafür notwendige Halse direkt nach der Luvtonne bekommt Fiefdeeler einfach besser hin als wir, und schon ist er leider vorbei. Fiefdeeler gewinnt auch dieses Rennen, während wir Mille hinter uns halten können und als zweite X-99 ins Ziel gehen.

Am Sonntag sind eigentlich noch drei weitere Up & Downs geplant. Die Windvorhersage erweist sich aber leider als korrekt – es gibt so gut wie keinen Wind und damit auch keine Wettfahrten mehr.

Damit beenden wir diesen Gold Cup insgesamt mit dem zweiten Platz – herzlichen Glückwunsch an die DEN 517 Mille mit Kim Rasmussen & Crew, die den Gold Cup nach langer Zeit wieder nach Dänemark bringen. In der IDM-Wertung liegen wir in der Klasse ORC 3 auf dem 13. Platz.

Mille mit dem Gold Cup

Der Gold Cup geht nach Dänemark

 

 

 

 

 

 

 

Eine Bilderstrecke gibt es hier, die Ergebnisse hier. Einen großen Dank an die Organisatoren der 80. Warnemünder Woche und der IDM Seesegeln – insbesondere an Wettfahrtleiter Uwe Wenzel und sein Team von der RVS – und an die Swash Buckler-Crew!

Verfasst von: SwashBuckler | 11. Juni 2017

68. Stralsunder Segelwoche 2017

Das war die 68. Auflage der Stralsunder Segelwoche:

Das Preissegeln im Rahmen der Stralsunder Mittwochsregatta wurde am Mittwoch wegen des schlechten Wetters zwar abgesagt, aber nur um einen Tag verschoben und fand am Donnerstag statt. Der Dreieckskurs vor Stralsund war diesmal eine Art Einbahnstraße, ohne Kreuz und Vorwindstrecken. Wir (Heiko an der Pinne, Micha, Stefan, Gunther, Ralf und Basti) konnten trotzdem wieder den Sieg in der Yardstickklasse 1 einfahren. Hier die Ergebnisse.

Am Wochenende standen dann die beiden Langstrecken Rund Rügen und Rund Hiddensee auf dem Programm. Wir hatten lange überlegt, ob wir nicht mal wieder bei Rund Rügen starten sollen, uns dann aber doch wieder für Rund Hiddensee entschieden. Das haben wir auch nicht bereut, denn die Rund Rügen-Teilnehmer wurden in der Nacht von Freitag zu Sonnabend mit Regen, Gewitterfronten und Böen bis 40 Knoten ordentlich geprüft.

Sonnabend früh um 09:05 Uhr werden wir dann in Yardstickklasse 1 mit dem letzten Start auf den Weg um die Insel geschickt, dieses Jahr links herum. Mit dabei sind auch in diesem Jahr mit Matchbox und Drei auf X zwei Schwesterschiffe. Nach einer kurzen Startkreuz kommen wir (Heiko und Gunthi an der Pinne, Micha, Stefan, Rolf und Ralf) als zweites Schiff kurz nach der Melges 24 Laika an der Luvtonne an. Ab hier geht es bei Sonne und 3-4 Windstärken mit Halbwind zwischen Rügen und Hiddensee hoch nach Norden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ab dem Eingang des Hiddensee-Fahrwasser wird es eng, weil wir ab hier die Boote aus den vorherigen Starts einholen – nur das Überholen gestaltet sich in der engen Rinne manchmal etwas schwierig. Auf Höhe Vitte kommen wir in den Rassow-Strom, ein kurzes Vorwindstück mit Spinnaker. Ausgerechnet hier treffen wir auf den Großteil der ZK-10-Flotte und müssen uns zwischen einer Vielzahl von Kuttern hindurchfädeln. Ab dem Libbenfahrwasser sind wir aber wieder frei, und nach der Untiefentonne Toter Kerl steht jetzt eine kleine Kreuz um den Dornbusch herum an. Die Außenküste Hiddensees bis zum Gellenfahrwasser ist wieder ein Halbwindkurs, und ab dem Gellen kommt dann auch wieder der Spinnaker zum Einsatz.

Außenküste Hiddensee

Außenküste Hiddensee

 

 

 

 

in der Vierendehl-Rinne

Im Ziel vor Stralsund sind wir nach 5 Stunden, 43 Minuten, nach der Hanse 470 La Passion und der Melges 24 Laika als drittes Schiff. Nach gerechneter Zeit reicht es auch in diesem Jahr wieder für den Sieg 🙂 Ergebnisse hier, Bildergalerie hier.

 

 

Verfasst von: SwashBuckler | 23. April 2017

Go4Speed Regattatraining 2017

Die Saison 2017 hat endlich begonnen – am 22./23. April fand vor Greifswald wieder das Go4Speed Regattatraining statt. Das Wetter spielte zwar noch „Winter“ und mehr als reichlich Wind gab’s auch, trotzdem waren knapp 20 Schiffe auf dem Wasser, um Starts und kurze Up & Downs zu üben. Es hat wieder Spaß gemacht!

Danke an Mufti Kling auf dem Startschiff, die Trainer und die Organisatoren Holger & Uli.

 

 

 

 

 

Verfasst von: SwashBuckler | 19. April 2017

X-99 Gold Cup und IDM 2017 Warnemünde

Auch wenn das Wetter derzeit noch Winter spielt, die Saison 2017 steht vor der Tür. Swash Buckler ist seit dem 1. April  startklar, und am kommenden Wochenende geht es mit zum Go4Speed Training endlich wieder auf’s Wasser.

Der Höhepunkt dieser Saison wird der X-99 Gold Cup sein. Nachdem der letzte Gold Cup 2015 auf dem Bodensee stattfand, wird er in diesem Jahr vom 6.-9. Juli im Rahmen der Warnemünder Woche ausgetragen, kombiniert mit der Internationalen Deutschen Meisterschaft Seesegeln.

IDM

Die am Gold Cup teilnehmenden X-99 werden gemeinsam mit der Klasse ORC 3 zu den Regatten der IDM Seesegeln starten, geplant sind eine 24-stündige Langstrecke und zwei Tage mit Up&Downs. Die Ausschreibungen zum GoldCup und zur IDM sind schon online, auch kann bereits online gemeldet werden.

Verfasst von: SwashBuckler | 15. März 2017

If you died tomorrow, could you say…

Noch drei Wochen bis zum Krantermin und dem Beginn der Saison 2017, unsere Termine stehen schon. Ein paar Video-Highlights aus dem Winter:

Der faszinierende, emotionale Moment, als Armel Le Cléac’h am 19. Januar nach 74 Tagen als Sieger die Ziellinie der Vendée Globe erreicht und beim ersten Interview selbst von Tränen überwältigt wird:

Im Oktober 2017 startet das nächste Volvo Ocean Race. If you died tomorrow, could you say…


Und ein Figaro-Training bei reichlich Wind:

Verfasst von: SwashBuckler | 30. November 2016

Video Silverrudder Challenge 2016

Winterzeit ist Videobastelzeit – ein kleiner Film zur Silverrudder Challenge 2016:

Verfasst von: SwashBuckler | 30. Oktober 2016

Saison-Rückblick 2016

Seit dem 29. Oktober ist die Saison 2016 zu Ende und Swash Buckler befindet sich im Winterschlaf.

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Fahrt ins Winterlager

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Am Kran

 

 

 

 

 

Leider viel zu schnell vorbei, aber 2016 war ein fantastischer und erfolgreicher Sommer: Zum Saisonauftakt Anfang Juni bei der Stralsunder Segelwoche das Preissegeln und den Flauten-Krimi Rund Hiddensee gewonnen. Ende Juni erstmals bei der Langstrecke Rund Seeland teilgenommen und ebenfalls gewonnen. Im August ein fabelhafter Urlaub in Dänemark. Nach vielen Anläufen und zweiten Plätzen in den Vorjahren Ende August der Sieg bei den 46. Greifswalder Boddenetappen. Und zum Abschluss im September endlich mit einer guten Platzierung die Silverrudder Challenge geschafft. Viel mehr geht nicht 🙂 Ein großes Danke an alle Beteiligten, und hier ein kleiner Saisonrückblick in Bildern:

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April: Go4Speed Regattatraining

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April: Go4Speed Regattatraining

 

 

 

 

 

 

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Juni: Stefan zeigt den Weg beim Preissegeln

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Juni: Start Rund Hiddensee, Foto: Sven Lamprecht

 

 

 

 

 

 

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Juni: Spaß vor dem Rund Seeland-Start

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Juni: Rund Seeland

 

 

 

 

 

 

 

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August: Mittwochsregatta, Foto: Laura Oberhoff

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August: Mottenangriff bei der Mittwochsregatta, Foto: Laura Oberhoff

 

 

 

 

 

 

 

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August: Urlaub

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August: Urlaub

 

 

 

 

 

 

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August: Regenfront im Urlaub

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August: Karibikwetter bei den Boddenetappen

 

 

 

 

 

 

 

 

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September: Sonnenaufgang beim Silverrudder

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August: Boddenetappen, Foto: Frank Leidig

 

 

 

 

 

 

 

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September: Silverrudder Challenge, Foto: Quantum Sails

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September: Zieldurchgang beim Silverrudder, Foto: Thomas Nielsen

Verfasst von: SwashBuckler | 28. September 2016

Silverrudder Challenge 2016

Ich hab’s doch nochmal versucht – und endlich geschafft! 2014 in der Mörderflaute 20 Meilen vor dem Ziel aufgegeben, 2015 nicht angetreten – die Silverrudder Challenge beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Es ist einfach die Idee, die Herausforderung – einhand rund um Fyn, 134 Meilen, keine Verrechnung, keine Bahnmarken, keine besonderen Regeln. Das Rennen ist immer größer geworden – was 2012 mit 15 Booten begann, ist 2016 auf 431 Schiffe gewachsen. Meine Klasse „Keelboat Medium“ ist mit 120 Skippern die größte. Die Anspannung vor dem Start mit so vielen Schiffen im engen Svendborgsund mit seinem Strom legt sich ein klein wenig, als bekannt gegeben wird, dass die Klasse in zwei Starts aufgeteilt wird – die langsameren 60 Boote starten um 09:30 Uhr als „Keelboat Medium 1“ und die schnelleren 60 Schiffe um 10:00 Uhr als „Keelboat Medium 2“. In der zweiten Gruppe starten auch alle X-99. Allein davon haben 19 gemeldet, die größte Einheitsgruppe im Feld. Unter anderem dabei John Morsing auf Nyx Raymarine, der mehrfache Silverrudder-Sieger, und Kim Henriksen auf Bluenose, auch immer vorn zu finden.

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X-99 Skippertreffen

Auch aus der Greifswalder und Stralsunder Region sind einige am Start: Karl Dehler auf der Dehler 38c Sporthotel, Rebecca Dehler auf der Varianta 18 Abi 09, Thomas Hunfeld mit der JPK 9.60 Thusnelda 3, Samer Shehadeh auf der Dehler 28 Big Lebowski und Thomas Schmidt mit der Hanse 370 Sprookje. Am Abend vor dem Start ist der Hafen von Svendborg völlig überfüllt.

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Svendborg am Abend vor dem Start

Nach dem Aufkleben der Bugnummern (ich starte mit der 277) und dem Anbringen des GPS-Trackers treffe ich beim Skippermeeting Christian Soyka, den langjährigen X-99-Champion, der mit einem Trimaran der Mittelmanns-Werft antritt. Er wirkt völlig entspannt, während sich meine Aufregung langsam zu einem größeren Knoten im Magen entwickelt… Die Wettervorhersage sieht ganz gut aus – 3-5 Windstärken aus westlichen Richtungen, Sonne, warm, bester Spätsommer. Beim Auslaufen am Freitag früh vor dem auf 10:00 Uhr angesetzten Start kommt zwar ein kleiner Regenguß von oben, das ist aber auch der einzige auf der ganzen Runde.

Gestartet wird diesmal nach Osten, Fyn bleibt an Backbord. Der Strom setzt ebenfalls nach Osten, wir müssen aufpassen, nicht schon vor dem Startsignal über die Linie zu treiben. Ich positioniere mich direkt neben der Nyx an der Steuerbordseite der Linie, und komme ganz gut los.

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Gedrängel am Start

Das Dumme bei einem Vorwind-Massenstart ist nur, dass die ersten perfekt in der Abdeckung der hinteren stehen… so schiebt sich das Feld schön eng zusammen 🙂 Die Veranstalter sind auf einem RIB unterwegs und schicken die gesamte Startphase aller Klassen per Livestream-Video ins Netz. Hier der Replay (Swash Buckler am Start bei 1:58:50 im Bild):

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Video-Replay vom Start

Nach der ersten Kurve des Svendborgsunds entzerrt es sich langsam etwas, ich habe jetzt die Bluenose und Gerd-Jan Reimer auf der X-99 Livet genau hinter mir. Die beiden werden mich noch das ganze Rennen beschäftigen… 🙂

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Bluenose und Livet

Am Ausgang des Svendborgsunds geht dann der Spi hoch. Damit bin ich so beschäftigt, dass ich erst zu spät merke, dass Livet auf der Leeseite neben mir etwas höher fährt. Es gibt einen leichten Kontakt – nochmal sorry, Jan! Nach einer Halse geht es zwischen Fyn und Langeland nordwärts Richtung Große Belt-Brücke. Mit Schiebestrom von hinten läuft Swash Buckler konstant 7-8 Knoten.

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Nordwärts unter Spi

Der Wind dreht allerdings bald von Südwest auf West, so dass ich mit Spi ca. 20 Grad zu tief fahre. Also hoch mit der Genua und den Spi runter. Das fährt auch ganz gut, aber ich kriege Übermut und denke, das müsste doch auch mit Gennaker gehen. Ich schlage ihn also an, ziehe ihn hoch und die Genua wieder runter, aber bekomme die Tüte beim besten Willen nicht zum stehen. Merke: 70 Grad AWA bei 10-12 Knoten ist keine Gennakersituation. Also gut, die Genua übernimmt wieder. Das Ganze hat allerdings ordentlich Meter gekostet, insbesondere Livet ist wieder da.

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Große Belt-Brücke

Die Brücke passieren wir gegen 13:45 Uhr. Nyx und Bluenose knapp voraus, Livet dicht hinter mir. Ich muss daran denken, wie ich genau an dieser Stelle vor zwei Jahren mangels Wind aufgegeben habe – damals ging es rechts um Fyn herum, und von hier waren es nur noch 20 Meilen bis ins Ziel. Nun rauschen wir hier mit knapp 8 Knoten Fahrt entlang… Ab hier folgt ein Am-Wind Schlag bis zur Passage zwischen Fyn und Romsø. Als wir Romsø erreichen, habe ich mich gerade so an Bluenose vorbei geschoben, Livet sitzt mir nach wie vor im Nacken.

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Zweikampf mit Bluenose

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überholt vom Trimaran

 

 

 

 

 

 

 

Da für die anstehende lange Kreuz ab der Nordost-Ecke bei Fyns Hoved mehr Wind angesagt ist, wechseln wir alle von der Genua auf die Fock. Also die Fock nach oben zerren, anschlagen, die Genua runter, schnell abschlagen, unter Deck stopfen und fix hoch mit der Fock. Als wir Fyns Hoved gegen 17:00 Uhr passieren (Nyx knapp voraus, Bluenose und Livet direkt hinter mir), ist sofort eine kurze, steile Welle da und die Kreuz beginnt. Mehr als 5,5 bis knapp 6 Knoten sind jetzt nicht mehr drin. Um der Welle zu entgehen, fährt fast das gesamte Feld bis dicht unter Land südöstlich von Æbelø und kreuzt dort mit kurzen Schlägen am Strand entlang. Der Wind hat jetzt auf 15-16 Knoten aufgefrischt, das lässt sich noch ganz gut ohne Reff segeln. Als wir an der Küste ankommen, wird es dunkel. Bluenose und Livet sind immer noch hinter mir, aber es bleibt eng.

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auf der Kreuz in den Sonnenuntergang

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Livet dicht dran

 

 

 

 

 

 

 

Nach mehreren Schlägen ist Æbelø um kurz nach 21:00 Uhr passiert. Jetzt ist es dunkel, aber der Sternenhimmel über mir, das Meeresleuchten und die unzähligen Positionslichter rundherum produzieren eine unglaublich schöne Stimmung. Livet hat sich leider knapp an mir vorbei gearbeitet, aber Bluenose segelt immer noch hinter mir. Die Kreuz geht weiter bis zum engen Nadelöhr bei Middelfahrt. Wo die Konkurrenten sind, sehe ich nicht mehr, ich konzentriere mich jetzt nur noch darauf, in der Welle Speed und Höhe zu halten. Um 00:30 Uhr ist Middelfart erreicht, und es bleibt eine Kreuz durch die Engstelle hindurch. Auf einmal ist Bluenose wieder da, Kim passiert auf dem anderen Bug dicht hinter meinem Heck. Der Wind nimmt jetzt deutlich ab, zwischen den beiden Brücken wechseln Bluenose und ich deshalb schnell wieder auf die Genua. Bei 3-6 Knoten Wind ist es jetzt ein Geduldsspiel, das Boot in Fahrt und in die richtige Richtung zu halten.

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Flautenkreuz bei Middelfart

Erst gegen 03:00 Uhr haben wir die Engstelle passiert, sind im Kleinen Belt und haben wieder freien Wind. Ich bin wieder knapp vor Bluenose, und jetzt geht es mit einem Anlieger und leicht geöffneten Segeln Richtung Süden. Bei Bågø hat sich Bluenose wieder irgendwie vorbei gearbeitet, auch die X-99 Zuxu hat uns beide passiert. Das sehe ich allerdings erst nach dem Rennen, als ich mir das Replay des GPS-Trackers anschaue. Bis Lyø geht es jetzt mit offenen Segeln und 10-12 Knoten Südwestwind immer nur geradeaus. Steuern, trimmen, steuern, trimmen. Dazu kommt jetzt die Müdigkeit, die sich aber mit einem starken Kaffee und Traubenzucker schnell wieder vertreiben lässt. Gegen 06:30 Uhr am Samstag früh setzt langsam die Dämmerung ein, und als gegen 07:00 Uhr Lyø erreicht ist und der Spinnaker wieder oben ist, geht die Sonne genau vor dem Bug auf – eine herrliche Atmosphäre.

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Morgendämmerung im Kleinen Belt

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Nahe Lyø

 

 

 

 

 

 

 

Von hier sind es jetzt noch ca. 14 Meilen ins Ziel. Schon jetzt macht sich eine irre Freude breit. Ich versuche sie zu bremsen und mir zu sagen, Du bist noch lange  nicht im Ziel – aber das funktioniert nicht 🙂 Im Svendborgsund steht leider der Strom gegenan, aus den 5-6 Knoten auf der Logge werden so nur 3-4 Knoten auf dem GPS. Egal, um 10:13 Uhr, nach 24 Stunden und 13 Minuten passiere ich mit Spi die Ziellinie und bin total glücklich – endlich geschafft!

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kurz vor dem Ziel

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Ziellinie

 

 

 

 

 

 

 

ziel

Die Nyx war 32 Minuten früher im Ziel und fährt den Sieg in unserer Klasse ein, tillykke John! Zuxu ist 11 Minuten vor mir und auf dem 10. Platz, Kim mit Bluenose 6 Minuten vor mir auf Platz 11. Livet ist dicht hinter mir auf Platz 15. Für mich wird es der 13. Platz und der 4. Platz unter den X-99 – ich bin absolut zufrieden mit diesem Resultat.

Hier die Ergebnisliste unserer Klasse „Keelboat Medium“ und hier die Gesamtliste über alle Klassen. Das Rennen kann hier im TracTrac-Replay nachverfolgt werden. Eine Bildergalerie gibt’s hier, ein Video ist in Arbeit.

Und nicht zuletzt: Ein Riesendank an Ralf, Lars, Michael, Maria, Gunthi, Basti und Alex, die Swash Buckler nach Svendborg und zurück gesegelt haben – ohne euch hätte das nicht geklappt!

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Und hier ist das offizielle Video des Veranstalters:

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