Verfasst von: SwashBuckler | 22. Oktober 2018

Saison 2018 – Rückblick

Die Saison 2018 ist leider auch schon wieder vorbei, und Swash Buckler steht im Winterlager – und zum Verkauf. Aber dazu später… erstmal ein kleiner Rückblick auf den traumhaften Sommer 2018:

Im Mai starten wir mit insgesamt 24 X-99 beim Palby Fyn Cup zur Dänischen X-99 Meisterschaft. Einfach schön, dass die Klasse mal wieder so viele Boote sammeln konnte. Wir liefern uns mit DEN-517 Mille ein Matchrace über 140 Meilen, müssen uns am Ende aber leider knapp geschlagen und mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Trotzdem ein tolles Rennen, das wohl keiner so schnell vergessen wird.

Palby Fyn Cup

Palby Fyn Cup

 

 

 

 

 

 

Auf der anschließenden Stralsunder Segelwoche gibt es beim Preissegeln einen Sieg und bei Rund Hiddensee ein zweiter Platz hinter GER-507 Matchbox von Chrischi und Ronny.

Rund Hiddensee

Ende Juni dann die Langstrecke Sjælland Rundt. 230 Meilen, die wir in 43 Stunden, 43 Minuten absolvieren. Auch das war ein unvergeßliches Rennen, bei dem wir wieder einen zweiten Platz verbuchen können, hinter der XP-38 Jan Madsen.

Sjælland Rundt

Sjælland Rundt

 

 

 

 

 

Nach einigen langen Urlaubswochen in Dänemark und Schweden folgt dann im September noch das 4. BoddenSolo/Double, bei dem Swash Buckler abermals auf dem zweiten Platz landet.

4. BoddenSolo

Urlaub – auf Anholt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das war die Saison 2018 – ein fantastischer Sommer. Danke an alle Beteiligten und danke an unsere treue Swash Buckler!

 

Verfasst von: SwashBuckler | 12. September 2018

4. BoddenSolo/Double 2018

Am 8. September fand schon zum vierten Mal das BoddenSolo/Double statt. Diesmal waren 28 Schiffe am Start, gut verteilt auf die jeweils zwei Einhand- und Doublehandklassen.

Das Wetter ist – wie bislang eigentlich immer beim BoddenSolo – schön, aber anspruchsvoll. Während in den Tagen zuvor noch Leichtwind angesagt war, haben wir es jetzt mit einem sehr böigen Südwest zu tun. Der „Grundwind“ liegt zwar nur bei etwa 12-13 Knoten, aber alle paar Minuten knallen minutenlange Böen um die 20 Knoten über den Bodden. Das bestätigen später auch die Messwerte:

Dazu kommen permanente Dreher, die Windrichtung pendelt stetig zwischen 220 und 260 Grad. Aber was soll’s, irgendwie wird’s schon gehen.

Wettfahrtleiter David und sein Team schicken die Flotte ab 11:00 Uhr wie gewohnt mit vier sauberen Starts auf die Bahn. Ich bin zwar etwas spät an der Linie, aber trotzdem noch als zweites Schiff. Der einzige, der pünktlich an der Linie ist, ist Frank mit seiner Overdose. Hier ein Video vom Start:

Nach der ersten Tonne geht es direkt Vorwind zur Tonne Ariadne. Ich denke lieber nicht zu lange darüber nach, ob ich den Spi ziehen soll oder nicht, sondern mach es einfach und hoffe, dass der Pinnenpilot beim Setzen halbwegs mit den Böen und der Welle klarkommt. Es klappt und Swash Buckler rast mit viel Druck los. Nur die Fock lasse ich einfach stehen – jetzt noch auf’s Vorschiff zu gehen muss nicht sein 🙂 Eine Hand an der Pinne, die andere an der Spischot, versuche ich einerseits so tief wie möglich zu fahren, um die Tonne Ariadne zu schaffen, andererseits zu verhindern, dass das Boot anfängt in der Welle zu geigen. Kurz vor der Tonne ist klar, das wird nichts auf direktem Weg, es müssen noch zwei Halsen her. Die will ich bei dem Wind aber nicht mit Spi fahren, also runter mit der Tüte. Das und auch die beiden Halsen klappen, aber als ich noch mit der Großschot und den Backstagen beschäftigt bin, passiert’s – Swash Buckler luvt plötzlich wie verrückt an, legt sich auf die Seite und schießt in die Sonne. Die Pinne hat keine Funktion mehr. Wir rasen direkt auf Klabüsterbeere und Okidoki zu, zwei Boote aus den Starts vor mir, die ebenfalls um die Tonne wollen. Ich sehe mich schon quer in einer der beiden Bordwände stecken, kriege es aber gerade noch hin, hinter den beiden durchzurutschen. Ups, das war knapp…

Nach der Ariadne gibt’s auch nicht wirklich eine Verschnaufpause, es folgt eine Kreuz zum Palmer Ort. Direkt hinter mir kommt die neue Dehler 34 Saphir von Helmut langsam dichter, dahinter die Elan 31 segelBar von Lars. An der Tonne komme ich nahezu gleichzeitig mit Saphir an. Nicht gut, ich muss ihm pro Stunde 36 Sekunden abnehmen, um vor ihm zu sein… Der nächste Schlag führt zurück zur Tonne Ariadne. Während es zunächst noch nach einem Spikurs aussieht, liegt der Windwinkel dann eher bei 100-90 Grad. Das würde mit Crew gehen, aber bei dem Wind und einhand… ich lasse die Tüte besser unten. Ich schaffe es trotzdem, an der Ariadne wieder knapp vor der Saphir anzukommen. Aber auf dem folgenden Halbwindkurs zur Tonne Vilm ist die Dehler einfach schneller und überholt. Jetzt haben wir etwa die Hälfte des 30 Meilen-Kurses absolviert, und es gibt wieder eine Kreuz zurück zum Palmer Ort. Saphir wendet sofort auf Backbord, ich bleibe daher erstmal auf Steuerbord, auch weil der Wind im Moment eher linksgedreht hat. Beim nächsten Rechtsdreher wende ich dann auch, und komme an der Tonne Palmer Ort tatsächlich wieder deutlich vor Saphir an. Das PingPong-Spiel geht aber lustig weiter, denn es gibt wieder einen Halbwindkurs bis zur Tonne Greifswald. Als wir dort ankommen, klebt Saphir schon wieder an meinem Heck. Auf der letzten Kreuz bis ins Ziel kann ich zwar den Abstand noch auf 2 Minuten, 23 Sekunden vergrößern, aber berechnet reicht es dann leider doch nicht, sondern es wird ein zweiter Platz. Hier der Zieleinlauf:

Nach dem Zieldurchgang bin ich völlig platt. DIese fünf Stunden waren gefühlt anstrengender als jedes andere Rennen in dieser Saison… und den Berichten am Abend nach zu urteilen, ging es den Anderen genauso 🙂 Aber trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – war es ein klasse Rennen. Besten Dank an die Start- und Zielcrew auf Baltic!

Verfasst von: SwashBuckler | 9. Juli 2018

Video Sjaelland Rundt

… und hier kommt noch der Videoclip zu Sjaelland Rundt 2018:

 

Verfasst von: SwashBuckler | 3. Juli 2018

Sjælland Rundt 2018 – Bericht

Mit dem Palby Fyn Cup und Sjælland Rundt sind nun bereits zwei Langstreckenrennen der Saison schon wieder vorbei… und es war toll!

Wir wollten diese 230 Meilen rund um Seeland nach unserem Sieg im Jahr 2016  gern noch einmal segeln, und so haben Gunthi und Micha Swash Buckler ab dem 25. Juni von Greifswald über Falsterbo und Hven nach Helsingør überführt, wo am Donnerstag morgen mit Heiko, Stefan, Maik und Ralf auch die restliche Crew ankommt. Die 164 Teilnehmer sind auf 16 Gruppen verteilt. Die ersten Gruppen mit den Solo- und Doublehandseglern starten bereits vormittags 10:00 Uhr, unser Start in Løb 12 ist dagegen erst auf 16:00 Uhr angesetzt. Als die Gruppeneinteilung bekannt gegeben wird, staunen wir nicht schlecht – auf dem Papier sind wir fast das langsamste Boot unserer Gruppe und müssen gegen so einige wesentlich schnellere Schiffe wie zwei XP-38, zwei First 36.7, eine X-412, eine X-362 Sport und eine Dufour 40 antreten. Die zweite in unserer Gruppe gemeldete X-99 ist leider doch nicht dabei, und so haben wir keinen direkten Gegner.

Als wir zum Start auslaufen, weht ein Nordwest um 16-18 Knoten, und es setzt nördlicher Strom. Da Seeland an Backbord bleibt und wir vor Helsingør nach Norden starten, bekommen wir den Strom von hinten und müssen aufpassen, nicht zu früh über die Linie zu gehen – ein Frühstart wird hier mit einer Stunde (!) Zeitstrafe sanktioniert. Der Start klappt aber hervorragend, wir sind bei Null mit Speed an der Linie, in Lee der schwedischen J/111 Blur von Peter Gustafsson, die davon direkt ein Foto schießt:

Startlinie

Die Freude über den gelungenen Start währt allerdings nur kurz – es gibt einen allgemeinen Rückruf, es waren wohl zu viele Boote zu früh über die Linie. Also nochmal das Ganze. Aber auch der zweite Start, jetzt um 16:25 Uhr, klappt super und wir kommen mit freiem Wind und vorn im Feld auf die Bahn. Bei den ersten Kreuzschlägen müssen wir aufpassen, auf der rechten Seite nicht in das von Helsingør ca. 5 Meilen nach Norden aus dem Øresund heraus führende Verkehrstrennungsgebiet hineinzufahren, denn auch das würde mit einer ordentlichen Zeitstrafe „belohnt“. Auf den Steuerbord-Schlägen bleibt daher immer ein Auge auf dem Plotter. Nach kurzer Zeit nimmt der Wind auf 10-12 kn ab, und wir wechseln schnell von der Fock auf die Genua. Die gesamte Nordküste Seelands entlang bleibt es bei Nordwestwind bei einer langen Kreuz, und so erreichen wir den ersten Wegpunkt, das Snekkeløb an Sjællands Odde, der Nordwest-Spitze Seelands, erst gegen 03:00 Uhr am Freitag morgen. Wir können uns gut im Feld halten, der erste unserer Gruppe, die XP-38 Soldier Blue, hat den Wegpunkt nur 30 Minuten vor uns passiert, und wir liegen derzeit auf Platz 4 unserer Gruppe. Der Wind hat jetzt, wie vorhergesagt, auf 18-20 kn aufgefrischt, und wir sind froh, am Snekkeløb etwas abfallen zu können und nicht mehr ganz so direkt gegen die sich schnell aufbauende Welle angehen zu müssen.

Kreuz an der Nordküste

Snekkeløb passiert

 

 

 

 

 

 

Weiter geht’s mit Rauschefahrt vorbei an Sejerø, und nachdem wir gegen 06:00 Uhr den Leuchtturm Røsnæs Puller vor Kalundborg passiert haben, geht der Spi hoch, und Swash Buckler beginnt die mittlerweile ordentliche Welle zu surfen, mit einem Topspeed von 12,2 kn. Wir liegen immer noch auf Platz 4, die erste XP-38 Soldier Blue passiert Røsnæs Puller ca. 40 Minuten vor uns, dazwischen liegen die andere XP-38 Jan Madsen mit Lokalmatador Jan Madsen aus Helsingør und die First 36.7 Søndagsbarnet.

Sonnenaufgang

Surfen im Großen Belt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor der Beltbrücke wird der Wind dann achterlich, wir ziehen den großen Spi und halsen Richtung Brücke. Diese erreichen wir gegen 09:30 Uhr, und der Abstand zur führenden Soldier Blue hat sich auf 30 Minuten verringert.

Vor der Beltbrücke

Nun geht es durch den Agersø-Sund und quer durch das Smålandsfahrwasser bis zum Eingang des Grønsunds bei der Storstrøms-Brücke. Kurz vor der Brücke lässt der westliche Wind auf einmal nach, und kurz darauf setzt neuer Wind aus Osten ein. Es wird also eine Kreuz durch den Grønsund. Bereits deutlich vor der Brücke macht sich dazu noch ein massiver Gegenstrom bemerkbar. Wir versuchen, dem Strom zu entgehen, indem wir so dicht wie möglich an der nördlichen Küste bei Masnedø bleiben und dort mit extrem kurzen Schlägen entlang kreuzen. Das funktioniert mehr als gut, wir können dadurch nicht nur die First 36.7 Søndagsbarnet hinter uns lassen, sondern auch eine X-43 aus einer anderen Gruppe überholen. An der Brücke selbst müssen wir dann doch in den Gegenstrom, um das richtige Brückenfach zu passieren. Wir treiben dabei durch den Strom fast zurück, kommen aber knapp durch. Danach hangeln wir uns wieder mit kurzen Schlägen an der Küste entlang bis zur nächsten Brücke bei Farø, und können auch dadurch wieder richtig nach vorn aufholen.

Kreuz durch die Storstrømsbrücke

Farø-Brücke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

massiver Gegenstrom unter den Brücken

Um 19:30 Uhr am Freitag abend erreichen wir den Ausgang des Grønsunds und passieren die Untiefentonne am Hestehoved Dyb. Wir liegen jetzt an dritter Stelle und haben die beiden XP-38 in Sicht, sie sind nur noch eine halbe Meile vor uns und liefern sich schon durch den ganzen Grønsund ein Matchrace.

beide XP-38 in Sicht

Der nächste Schlag ist ein Anliegerkurs zu den Kreidefelsen bei Møns Klint und danach bis zum Eingang des Øresunds bei Dragør. Entgegen der Vorhersage hält sich der Südostwind bis hier ganz gut, aber kurz hinter Dragør bricht er dann doch zusammen. Bei nur 2-5 kn Wind wird es jetzt etwas mühsam, aber zumindest haben wir wieder nordsetzenden Strom und können einen tollen Sonnenaufgang vor Kopenhagen genießen.

Mitten im Øresund setzt dann wieder neuer Wind ein, diesmal entsprechend der Vorhersage aus Nord. Also wieder kreuzen, bis ins Ziel. Das tut der Laune aber keinen Abbruch, und wir erreichen die Ziellinie vor Helsingør Sonnabend mittag um 12:08:29 Uhr, nach 43 Stunden, 43 Minuten und 29 Sekunden gesegelter Zeit.

Die XP-38 Jan Madsen fährt den Sieg in unserer Klasse ein – herzlichen Glückwunsch! Wir liegen auf Platz zwei, nach gerechneter Zeit haben nur 26 Minuten auf den ersten gefehlt. Wir freuen uns dennoch riesig über den zweiten Platz, das war ein Stück harte Arbeit. Ein großes Danke an die Crew und den Swash Buckler, der bis auf eine angerissene Backstag-Leine alles schadlos überstanden hat. Die Ergebnisse unserer Gruppe gibt’s hier, und die Gesamtergebnisse hier. Einen herzlichen Glückwunsch auch an den Eintonner Universitas des ASV Rostock, der in Løb 16 den Sieg nach Hause gebracht hat, und an den ehemaligen X-99 Segler Kim Henriksen, der auf seiner neuen X-332 Bluenose in der Einhandgruppe Løb 2 gewonnen hat!

Das Rennen wurde über GPS-Tracker aufgezeichnet, ein Replay ist hier bei TracTrac zu sehen. Mehr Fotos vom Rennen gibt’s unter diesem Link. Und nicht zuletzt ein Dank an unsere Unterstützer, die auch bei dieser Regatta wieder an Bord waren:

 

 

Verfasst von: SwashBuckler | 7. Juni 2018

Bericht zum Palby Fyn Cup

Die dänische Südsee ist ja von Greifswald aus nicht unbedingt „gleich um die Ecke“, und deshalb haben wir auch lange überlegt, ob wir beim Palby Fyn Cup – ein Rennen von Bogense aus rund um die Insel Fyn (ca. 140 Meilen) – antreten sollen.

Die dänische Klassenvereinigung hatte diese traditionell sehr gut besuchte Regatta im Winter als Dänische Meisterschaft der X-99 ausgeschrieben, und nachdem im Frühjahr abzusehen war, dass trotz der in den letzten Jahren leider schrumpfenden Felder eine ordentliche Flotte von X-99 zusammenkommt, haben wir dann doch gemeldet. Das Einheitsklasse-Segeln ist ja schon immer noch am Spannendsten 🙂

Am Ende sind es insgesamt über 300 Schiffe auf der Meldeliste geworden, davon im „Løb 19“ sogar 24 X-99. Ein so großes Einheitsfeld hatte die Klasse zuletzt 2013 beim X-Yachts Gold Cup vor Kopenhagen auf die Bahn bringen können, dort kamen 30 Boote zusammen.

Nach einer von wenig Wind, aber viel Sonne begleiteten Überführung von Greifswald nach Bogense am Pfingstwochenende (danke Sven & Christian!) geht es am Freitag, 25. Mai endlich los. Unser Start ist auf 12:15 Uhr angesetzt. Wirklich toll, mal wieder so viele X-99 an einer Startlinie zu sehen! Im Vorstartgedrängel versucht DEN-520 Rosa Lux in Lee von uns, die Tür am Startschiff zuzumachen, aber wir (mit Heiko an der Pinne, Micha, Stefan, Maik, Ralf und Basti) finden noch genügend Raum und gehen zwar ein paar Sekunden nach dem Schuss, aber als luvwärtigstes Boot über die Linie. Hier der Start der X-99 auf youtube.

Start

Start

 

 

 

 

 

 

Der Wind weht mit ca. 12 Knoten aus Nordost, es gibt also zunächst eine Kreuz bis zur ersten Bahnmarke, einer Untiefentonne nördlich der Halbinsel Æbelø. Schon auf dieser ersten kurzen Strecke liegen wir nahezu gleichauf mit DEN-517 Mille von Kim Rasmussen und seiner Crew, sie erreichen die Tonne nur wenige Meter vor uns. Danach bleibt es eine Amwind-Strecke bis zur Nordostspitze von Fyn bei Fyns Hoved. Auf diesem Schlag setzen wir uns gemeinsam mit Mille leicht vom Rest des Feldes ab.

Startkreuz

Zweikampf an der Spitze

 

 

 

 

 

 

 

Gegen 16:00 Uhr haben wir Fyns Hoved gerundet und der Spinnaker geht hoch, aber es ist ein sehr spitzer Kurs und der Wind hat etwas aufgefrischt. Wir können den Spi gerade noch so tragen und Swash Buckler beschleunigt auf über acht Knoten. Das währt allerdings nur kurz, bald sehen wir, wie Mille und die Boote aus den Starts vor uns die Spinnaker bergen und die Vorsegel hochziehen. Entgegen aller Vorhersagen kommt der neue Wind aus Süd, so dass wir entlang der Ostküste von Fyn wieder zu kreuzen beginnen. Da der Strom hier nach Norden setzt, bewegt sich das ganze Feld mit ganz kurzen Schlägen so dicht wie möglich unter der Küste entlang. Hinter Romsø lässt der Wind immer weiter nach, und bald kommen wir fast zum Stillstand, nach wie vor dicht an dicht mit Mille.

Flaute im großen Belt

Nachdem wir mit dem Strom schon fast wieder rückwärts treiben, setzt wieder leichter Nordost ein und wir können mit Spinnaker in Richtung der Beltbrücke segeln, die wir bei Sprogø queren müssen. In der Abenddämmerung und im Sonnenuntergang entwickelt sich jetzt ein richtig tolles Licht.

 

 

 

 

 

 

Wir erreichen die Beltbrücke kurz nach 22:00 Uhr, immer noch dicht hinter Mille. Von hinten hat sich jetzt DEN-467 Maxx genähert, sie passieren die Brücke nur wenige Meter hinter uns. Als wir südlich der Brücke sind, wird es schnell dunkel. Das große Feld mit seinen vielen Positionsleuchten erzeugt eine tolle Stimmung, noch dazu können wir uns jetzt langsam an Mille vorbeischieben und gegen 23:30 Uhr die Führung übernehmen.

Passage der Beltbrücke

in Führung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es geht weiter nach Süden Richtung Svendborgsund. Wir hoffen, dass wir bei dem leichten Wind dort keinen Gegenstrom bekommen. Als wir gegen 03:00 Uhr Thurø Rev passiert haben und in den Sund einlaufen, scheint der Strom gerade zu kentern, jedenfalls haben wir zum Glück fast keinen Strom. Wir kommen gut mit Spinnaker durch den engen Sund und passieren gegen 03:45 Uhr die Svendborgsund-Brücke, wobei wir uns, verfolgt von Mille, etwas vom Rest des Feldes abgesetzt haben.

im Svendborgsund

Sundbrücke passiert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt geht auch die Sonne wieder auf und vertreibt etwas die Müdigkeit. Als wir gegen 07:00 Uhr Lyø erreicht haben und in den Kleinen Belt einbiegen, haben wir auch zu Mille einen größeren Abstand aufgebaut. Nur schläft jetzt auf einmal der Wind ein, wir stoßen auf ein Feld größerer Yachten, die richtiggehend stehengeblieben sind. Nach einem kurzen Moment können wir diese Gruppe aber umfahren und weiter Richtung Helnæs laufen. Der Weg den Kleinen Belt hinauf ist aber immer wieder mit hinterhältigen Windlöchern vermint. Kurz vor Assens erwischen wir leider auch eines davon und kommen für eine Weile absolut nicht mehr voran. Der Blick nach hinten – Mille kommt wieder näher, unser schöner Vorsprung schwindet zusehends. Gegen 11:00 Uhr, querab Bågø ist Mille wieder direkt an unserem Heck. Der Wind nimmt jetzt immer mehr auf bis zu 15-19 Knoten zu und kommt wieder aus Ost. Gerade in diesem kritischen Moment halten die (neuen!) Fallenstopper nicht mehr richtig, und sowohl das Genuafall als auch das Großfall rutschen deutlich durch. Wir können das Großfall behelfsmäßig in den Stopper der Reffleine einziehen und das Genuafall halbwegs in der Schotklemme fixieren, aber vernünftig durchsetzen können wir die Genua so nicht. Mille hat jetzt einen Speedvorteil und versucht vorbeizukommen. Ein paar Versuche, uns in Luv zu passieren, können wir noch abwehren. Aber dann taucht – wie herbeigerufen – gegen 11:30 Uhr eine IMX-40 von Lee auf und setzt sich knapp in Lee vor uns, so dass wir nicht tiefer fahren können. Das ist die Chance für Mille – er fällt deutlich ab, beschleunigt und fährt langsam unten durch. Wir können nur zusehen – das tut weh.

Mille ist wieder da

Mille überholt

 

 

 

 

 

 

 

das Überholmanöver

In dem Moment geht ein wenig die Stimmung in den Keller – nach zwölf Stunden Führung und nicht mehr weit vom Ziel so eingeholt zu werden, ist schon etwas bitter. Aber weiter geht’s. Im kleinen Belt bei Middelfart steht wieder eine Kreuz an, noch dazu mit Strom von vorn. Weil die Genua immer mehr durchsackt, wechseln wir schnell auf die Fock, die sich wenigstens halbwegs durchsetzen lässt und halten uns wegen dem Gegenstrom ganz eng unter Land. Als wir gegen 14:00 Uhr bei Strib den Ausgang der Enge erreichen, lässt der Wind wieder nach und wir wechseln zurück auf die Genua. Von hier bis zum Ziel sind es jetzt noch rund zehn Meilen Kreuz. Auf dieser Strecke nehmen wir Mille noch einmal ca. drei Minuten ab, aber es reicht nicht mehr.

Zielkreuz

Mille ist um 16:20:58 Uhr im Ziel, wir folgen 16:25:25 Uhr, nur 4 Minuten und 27 Sekunden später, mit einer Gesamtzeit von 28 Stunden, 10 Minuten, 25 Sekunden. Dritter wird DEN-467 Maxx mit einem Zieldurchgang 16:49:13 Uhr.

Die Enttäuschung über den so nahen und doch verpassten Sieg verfliegt schnell, wir freuen uns riesig über den guten zweiten Platz von 24 X-99 nach einem abwechslungsreichen und hochspannenden Rennen! In der Gesamtwertung liegen wir damit auf dem 7. Platz von 255 gestarteten Schiffen. Großer Glückwunsch an den Sieger, DEN-517 Mille mit Kim Rasmussen und Crew!! Und ein herzlicher Dank an die Veranstalter des Palby Fyn Cup, die dänische X-99 Klassenvereinigung mit ihrem Chef Morten Vinther, und an den Swash Buckler und die Crew Heiko, Stefan, Maik, Ralf, Basti und Micha. Und nicht zuletzt vielen Dank auch an die spontan zusammen gekommene Crew für die Rücküberführung Basti, Rhett, Bernd, Frank und Hans.

Das Rennen kann hier bei TracTrac nachverfolgt werden. Ein Video des Veranstalters gibt’s hier, unser eigenes Video hier, und ein paar mehr Fotos hier.

Verfasst von: SwashBuckler | 30. Mai 2018

Zweiter Platz beim Palby Fyn Cup – Video und Fotos

Beim Palby Fyn Cup und der gleichzeitigen Dänischen X-99 Meisterschaft haben wir mit einer Zeit von 28 Stunden, 10 Minuten und 25 Sekunden einen tollen zweiten Platz von 24 X-99 und in der Gesamtwertung einen 7. Platz von 255 Schiffen erreicht – ein Bericht dazu ist in Arbeit. Aber weil Bilder bekanntlich mehr als Worte sagen, gibt es vorab schon mal eine Bilderstrecke dazu und ein kleines Filmchen:

 

Und hier noch ein Video des Veranstalters:

Verfasst von: SwashBuckler | 1. Mai 2018

Go4Speed Regattatraining 2018

Im letzten Jahr gab’s zum Saisonbeginn beim Go4Speed nicht nur 5 Grad und Schneeschauer, sondern auch noch reichlich Wind – das ging dieses Jahr wesentlich besser. Sommerliche Temperatur, Sonne und Mittelwind: perfekte Bedingungen, um aus dem Winterschlaf zu kommen und Starts und kleine Up/Downs zu üben. Ein schöner Start in die Saison! Hier ein paar Eindrücke:

 

Verfasst von: SwashBuckler | 9. April 2018

Es geht wieder los…

…Ostern herrschte noch tiefster Winter, und nur eine Woche später beim Einkranen ist fast Hochsommer mit knapp 20 Grad und Sonne – verrückt.

Nachdem wir im Winter so einige Reparaturarbeiten erledigt haben, ist Swash Buckler nun seit dem 6. April wieder im Wasser und am 8. April haben wir schon ein paar kurze Meilen auf dem Bodden gesegelt – die Saison kann starten 🙂

Ansegeln 2018

Ansegeln 2018

 

 

 

 

 

 

Auch die Termine stehen schon – wie üblich geht’s mit dem Go4Speed Training Ende April los. Ende Mai werden wir dann beim Palby Fyn Cup starten. Bei diesem Rennen wird 2018 zugleich die dänische X-99 Meisterschaft ausgetragen, bislang haben schon insgesamt 217 Schiffe und davon 20 X-99 gemeldet.

Wenn wir es rechtzeitig wieder zurück schaffen, steht Anfang Juni die Stralsunder Segelwoche auf dem Programm. Ende Juni drehen wir dann bei Sjælland Rundt eine Runde um die größte dänische Insel Seeland und versuchen an unseren Erfolg aus 2016 anzuknüpfen.

Anfang September ist das 4. BoddenSolo/Double geplant, und wenn alles klappt, geht’s Ende September bei der Silverrudder Challenge noch einmal rund Fyn.

Dieses Jahr liegt der Fokus also mehr auf den Langstrecken 🙂 Na dann, auf eine gute Saison 2018!

Verfasst von: SwashBuckler | 31. Oktober 2017

Best of 2017

Swash Buckler steht bereits seit einer Woche an Land – die Saison 2017 ist Geschichte. Zeit für einen kleinen Rückblick:

Nach dem windigen Go4Speed Training Ende April beginnt der Sommer mit der Stralsunder Segelwoche, in der wir das Preissegeln und die Streckenwettfahrt Rund Hiddensee gewinnen können. Im Juli starten wir bei der IDM Seesegeln vor Warnemünde und holen den zweiten Platz im parallel ausgetragenen X-99 Gold Cup. Die Boddenetappen Ende August beenden wir ebenfalls mit einem zweiten Platz, und in der Greifswalder Mittwochsregatta-Serie holen wir in der Gruppe ORC 1 den Sieg.

Auch dieser Sommer war wieder viel zu schnell vorüber… danke an das Team und an Swash Buckler, der nächste Sommer kommt bald!

im Mai – X am Himmel

Juni – Stralsunder Segelwoche, Rund Hiddensee, Foto: Sven Lamprecht

 

 

 

 

 

 

 

 

Juli – X-99 Gold Cup, Warnemünde, Foto: Pepe Hartmann

Juli – X-99 Gold Cup, Warnemünde, Foto: Pepe Hartmann

 

 

 

 

 

 

 

Juli – im Bodden

August – Mittwochsregatta

 

 

 

 

 

 

 

September – Blaues Band

 

Und über den Winter gibt’s ja in diesem Jahr wieder das Volvo Ocean Race, langweilig wird’s also nicht 🙂

Verfasst von: SwashBuckler | 18. Oktober 2017

47. Greifswalder Boddenetappen

Ende August war es wieder soweit – die 47. Greifswalder Boddenetappen wurden ausgetragen. Mit 100 gemeldeten Yachten in zwei ORC- und drei Yardstickklassen war es die bislang größte „BoddenWM“. In unserer Klasse Yardstick 1 starteten 26 Schiffe, neben uns mit Matchbox, BüxtUt und Drei auf X noch drei andere X-99.

Die erste Etappe führte wie schon in den Vorjahren wieder nach Lubmin. Bei leichtem Westwind geht es auf die Bahn. Einen kleinen Rückstand auf Matchbox und BüxtUt nach dem Start können wir – mit Rolf an der Pinne, Micha, Georg, Ralf, Basti und Mareike relativ schnell egalisieren, aber auf der letzten Strecke, einem Spigang bis zum Ziel, wird es ein enges Kopf-an-Kopf Rennen mit Matchbox. Es bleibt bis zum Ziel offen – dann erledigt Matchbox die unmittelbar vor den als Ziellinie dienenden Molenköpfen von Lubmin notwendige Halse etwas effektiver als wir und ist mit gerade einmal sieben Sekunden Vorsprung vor uns im Ziel. Nur acht Sekunden danach folgt BüxtUt. Für uns macht das Platz 4 in der Tageswertung.

Nach der obligatorischen Party in Lubmin herrscht am nächsten Morgen zunächst Flaute, aber nach einer Startverschiebung kommt gegen Mittag doch noch segelbarer Wind auf. Wir erwischen einen guten Start und sind nach der Startkreuz ganz vorn mit dabei, aber als dann später ein langer Am Wind-Schlag zur Tonne Reddevitz ansteht, können wir anfangs die Höhe nicht halten und sacken deutlich nach Lee weg. Damit sind BüxtUt und Matchbox leider wieder vorbei  und erreichen das Ziel in Lauterbach auf den Plätzen 2 und 3, wir folgen auf Platz 5 der Tageswertung.

Spikurs nach Lauterbach

in Lauterbach

Am Sonntag führt dann die letzte Etappe wieder zurück nach Greifswald. Über zuwenig Wind kann sich heute niemand beklagen, wir haben West mit ca. 12-17 Knoten. Die Startlinie liegt „etwas“ schief, wir starten daher – erstaunlicherweise fast als Einzige – am Pin End, und kommen als erstes Schiff der Klasse an der Luvtonne an. Nach einem kurzen Anlieger bis zur Tonne Lauterbach 3 geht der Spi hoch, und es gibt einen langen, ziemlich spitzen Spinnakerkurs bis zur Tonne Greifswald. Wir halten uns auf der Luvseite des Feldes, und erreichen die Tonne als erste X-99.

Sonntag – Etappe nach Greifswald

Während sich BüxtUt und Matchbox auf der letzten Strecke bis ins Ziel vor Greifswald noch ein privates Matchrace liefern und mit gerade einmal drei Sekunden Abstand voneinander auf den Plätzen 9 und 10 ins Ziel kommen, können wir uns von den beiden noch etwas absetzen und in der Tageswertung den vierten Platz einfahren.

In der Gesamtwertung landen wir damit auf einem schönen 2. Platz. Glückwunsch an den Sieger, die Hanse 370 Relax de Luxe von Dietmar Wendel! Alle Ergebnisse hier.

Verfasst von: SwashBuckler | 30. Juli 2017

Video Greifswalder Boddenetappen 2016

Die Boddenetappen 2017 stehen vor der Tür, und gerade noch rechtzeitig ist das Video zu den Boddenetappen 2016 fertig geworden:

Verfasst von: SwashBuckler | 10. Juli 2017

X-99 Gold Cup / IDM Seesegeln 2017, Warnemünde

Der X-99 Gold Cup, ausgetragen im Rahmen der Internationalen Deutschen Meisterschaft Seesegeln während der 80. Warnemünder Woche, war in diesem Jahr der Höhepunkt unserer Saison.

Startklar in Warnemünde – Hohe Düne

Zwei Tage vor dem ersten Start kam leider die Hiobsbotschaft, dass unser Pitmann Ralf verletzungsbedingt ausfällt… sehr, sehr schade. Gerade noch rechtzeitig konnten wir (Heiko an der Pinne, Micha am Groß, Stefan und Gunther an den Schoten und Sebastian auf dem Bug) mit Mareike Ersatz finden – danke für’s Einspringen!

Los ging es dann am Donnerstag nachmittag mit dem Start zur Langstrecke. Aufgrund der angesagten leichten Winde wurde der Kurs auf ca. 45 Meilen verkürzt, aber so gelegt, dass es mehrere Kreuzen und Vorwindkurse gab – also reichlich zu tun. Nach einem guten Start in der großen ORC 3-Klasse mit 25 Schiffen entschieden wir uns auf der ersten Kreuz für die linke Seite, die anfangs auch ziemlich gut aussah – bis dann der Rechtsdreher kam, und wir nur als vierte X-99 an der ersten Luvtonne ankamen. Das konnten wir allerdings noch halbwegs wieder ausbügeln und erreichten das Ziel gegen 23:00 Uhr als zweite X-99 hinter der souverän segelnden DEN 517 Mille von Kim Rasmussen (hier die Ergebnisliste der Langstrecke). Und so sah der Langstreckenkurs auf dem Tracker aus (anklicken):

Langstrecke

Langstrecke

 

 

 

 

 

Langstrecke

 

Langstrecke, Foto: Wolf Hansen

 

 

 

 

 

 

 

 

Der für Freitag nachmittag geplante Up & Down fiel mangels Wind aus, dafür sollte es dann am Sonnabend vier statt drei Wettfahrten geben.

Die ersten beiden Rennen am Sonnabend waren dann auch knackig – 10-14 Knoten Wind und ein anspruchsvolles Feld. Beide Wettfahrten konnten wir wieder als zweite X-99 knapp hinter Mille beenden. Wie eng diese Rennen waren, zeigen die Ergebnislisten: Im ersten Rennen lagen wir 25 Sekunden hinter Mille und 9 Sekunden vor der GER 108 Fiefdeeler von Christian Schönrock, im zweiten Rennen 45 Sekunden hinter Mille und zwei Sekunden vor der dritten X-99, der GER 412 Noodles von Uli Martens.

Start der ORC 3-Klasse, Foto: Pepe Hartmann

An der Luvtonne, Foto: Pepe Hartmann

 

 

 

 

 

 

Foto: Pepe Hartmann

Danach geht der Wind auf 5-6 Knoten herunter, trotzdem wird ein weiteres Rennen gestartet. Wir kommen diesmal gar nicht gut weg, sondern sind zwischen mehreren größeren Booten eingeklemmt und haben keinen freien Wind. Bei diesem flauen Wind ist das tödlich – Fiefdeeler startet mit freiem Wind, ist bald nach dem Start weit weg und gewinnt dieses Rennen verdient, während wir uns mit dem vierten Platz begnügen müssen, vier Sekunden hinter der GER 462 Andiamo. Zum Glück gibt es einen Streicher 🙂

Nach einer Wartephase legt der Wind wieder zu, und es gibt noch ein viertes Rennen. Die Flotte ist mittlerweile so nervös, dass schon die Klasse ORC 1/2, die vor uns startet, erst nach zwei Allgemeinen Rückrufen und mit Black Flag starten kann – selbst dann gibt es noch drei Frühstarter. Auch bei uns klappt nach einem Allgemeinen Rückruf erst der zweite Start. Den fährt Heiko aber wieder ziemlich perfekt, und wir kommen vor Fiefdeeler auf die Bahn. Danach versuchen wir, Fiefdeeler in Schach zu halten, was schon auf der ersten Kreuz in ein Wendeduell ausartet. Das endet allerdings ziemlich abrupt, als wir in einer Wende nicht nur die Genuaschot, sondern gleichzeitig auch noch eine Trimmleine mit auf der Schotwinsch haben – ein klassischer Fuck-Up. Wir müssen sofort wieder zurückwenden, was sich aber gar nicht mal als nachteilig herausstellt, weil wir nämlich schon direkt auf dem Anlieger zur Luvtonne sind. Die erreichen wir diesmal als erste X-99, knapp hinter uns Fiefdeeler, dahinter Mille. Durch einen Winddreher hat sich allerdings der Kurs so verschoben, dass es zum Lee-Gate keine Vorwindstrecke mehr ist, sondern eher ein Halbwindkurs. Die dafür notwendige Halse direkt nach der Luvtonne bekommt Fiefdeeler einfach besser hin als wir, und schon ist er leider vorbei. Fiefdeeler gewinnt auch dieses Rennen, während wir Mille hinter uns halten können und als zweite X-99 ins Ziel gehen.

Am Sonntag sind eigentlich noch drei weitere Up & Downs geplant. Die Windvorhersage erweist sich aber leider als korrekt – es gibt so gut wie keinen Wind und damit auch keine Wettfahrten mehr.

Damit beenden wir diesen Gold Cup insgesamt mit dem zweiten Platz – herzlichen Glückwunsch an die DEN 517 Mille mit Kim Rasmussen & Crew, die den Gold Cup nach langer Zeit wieder nach Dänemark bringen. In der IDM-Wertung liegen wir in der Klasse ORC 3 auf dem 13. Platz.

Mille mit dem Gold Cup

Der Gold Cup geht nach Dänemark

 

 

 

 

 

 

 

Eine Bilderstrecke gibt es hier, die Ergebnisse hier. Einen großen Dank an die Organisatoren der 80. Warnemünder Woche und der IDM Seesegeln – insbesondere an Wettfahrtleiter Uwe Wenzel und sein Team von der RVS – und an die Swash Buckler-Crew!

Verfasst von: SwashBuckler | 11. Juni 2017

68. Stralsunder Segelwoche 2017

Das war die 68. Auflage der Stralsunder Segelwoche:

Das Preissegeln im Rahmen der Stralsunder Mittwochsregatta wurde am Mittwoch wegen des schlechten Wetters zwar abgesagt, aber nur um einen Tag verschoben und fand am Donnerstag statt. Der Dreieckskurs vor Stralsund war diesmal eine Art Einbahnstraße, ohne Kreuz und Vorwindstrecken. Wir (Heiko an der Pinne, Micha, Stefan, Gunther, Ralf und Basti) konnten trotzdem wieder den Sieg in der Yardstickklasse 1 einfahren. Hier die Ergebnisse.

Am Wochenende standen dann die beiden Langstrecken Rund Rügen und Rund Hiddensee auf dem Programm. Wir hatten lange überlegt, ob wir nicht mal wieder bei Rund Rügen starten sollen, uns dann aber doch wieder für Rund Hiddensee entschieden. Das haben wir auch nicht bereut, denn die Rund Rügen-Teilnehmer wurden in der Nacht von Freitag zu Sonnabend mit Regen, Gewitterfronten und Böen bis 40 Knoten ordentlich geprüft.

Sonnabend früh um 09:05 Uhr werden wir dann in Yardstickklasse 1 mit dem letzten Start auf den Weg um die Insel geschickt, dieses Jahr links herum. Mit dabei sind auch in diesem Jahr mit Matchbox und Drei auf X zwei Schwesterschiffe. Nach einer kurzen Startkreuz kommen wir (Heiko und Gunthi an der Pinne, Micha, Stefan, Rolf und Ralf) als zweites Schiff kurz nach der Melges 24 Laika an der Luvtonne an. Ab hier geht es bei Sonne und 3-4 Windstärken mit Halbwind zwischen Rügen und Hiddensee hoch nach Norden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ab dem Eingang des Hiddensee-Fahrwasser wird es eng, weil wir ab hier die Boote aus den vorherigen Starts einholen – nur das Überholen gestaltet sich in der engen Rinne manchmal etwas schwierig. Auf Höhe Vitte kommen wir in den Rassow-Strom, ein kurzes Vorwindstück mit Spinnaker. Ausgerechnet hier treffen wir auf den Großteil der ZK-10-Flotte und müssen uns zwischen einer Vielzahl von Kuttern hindurchfädeln. Ab dem Libbenfahrwasser sind wir aber wieder frei, und nach der Untiefentonne Toter Kerl steht jetzt eine kleine Kreuz um den Dornbusch herum an. Die Außenküste Hiddensees bis zum Gellenfahrwasser ist wieder ein Halbwindkurs, und ab dem Gellen kommt dann auch wieder der Spinnaker zum Einsatz.

Außenküste Hiddensee

Außenküste Hiddensee

 

 

 

 

in der Vierendehl-Rinne

Im Ziel vor Stralsund sind wir nach 5 Stunden, 43 Minuten, nach der Hanse 470 La Passion und der Melges 24 Laika als drittes Schiff. Nach gerechneter Zeit reicht es auch in diesem Jahr wieder für den Sieg 🙂 Ergebnisse hier, Bildergalerie hier.

 

 

Verfasst von: SwashBuckler | 23. April 2017

Go4Speed Regattatraining 2017

Die Saison 2017 hat endlich begonnen – am 22./23. April fand vor Greifswald wieder das Go4Speed Regattatraining statt. Das Wetter spielte zwar noch „Winter“ und mehr als reichlich Wind gab’s auch, trotzdem waren knapp 20 Schiffe auf dem Wasser, um Starts und kurze Up & Downs zu üben. Es hat wieder Spaß gemacht!

Danke an Mufti Kling auf dem Startschiff, die Trainer und die Organisatoren Holger & Uli.

 

 

 

 

 

Verfasst von: SwashBuckler | 19. April 2017

X-99 Gold Cup und IDM 2017 Warnemünde

Auch wenn das Wetter derzeit noch Winter spielt, die Saison 2017 steht vor der Tür. Swash Buckler ist seit dem 1. April  startklar, und am kommenden Wochenende geht es mit zum Go4Speed Training endlich wieder auf’s Wasser.

Der Höhepunkt dieser Saison wird der X-99 Gold Cup sein. Nachdem der letzte Gold Cup 2015 auf dem Bodensee stattfand, wird er in diesem Jahr vom 6.-9. Juli im Rahmen der Warnemünder Woche ausgetragen, kombiniert mit der Internationalen Deutschen Meisterschaft Seesegeln.

IDM

Die am Gold Cup teilnehmenden X-99 werden gemeinsam mit der Klasse ORC 3 zu den Regatten der IDM Seesegeln starten, geplant sind eine 24-stündige Langstrecke und zwei Tage mit Up&Downs. Die Ausschreibungen zum GoldCup und zur IDM sind schon online, auch kann bereits online gemeldet werden.

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